VLK Position: Bildung

Für optimale Bildungschancen in regionalen Bildungslandschaften

Die FDP setzt sich konsequent und pragmatisch für die Verbesserung der Bildungschancen jedes Einzelnen ein. Bildung ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben in einer vitalen Gesellschaft. Zugleich sichert in der heutigen Wissensgesellschaft nur eine gebildete Gesellschaft mit vielen innovativen Köpfen die Leistungsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes im globalen Wettbewerb.

Jedes Kind individuell fördern

Die FDP tritt dafür ein, dass keinem Kind Bildungschancen vorenthalten werden. Das gebietet nicht nur die Chancengerechtigkeit. Wir können uns auch als Gesellschaft nicht leisten, auf die Talente der Kinder aus bildungsfernen Familien zu verzichten. Daher setzen wir uns dafür ein, alle Kinder gezielt nach ihren Begabungen zu fördern. Mit zahlreichen Maßnahmen hat die FDP in der Landesregierung die substantielle Verbesserung der Bildung unserer Kinder bereits vom Vorschulalter an vorangebracht. Mit dem Kinderbildungsgesetz haben wir nicht nur den Umfang von Betreuung verbessert, sondern den Bildungsauftrag der Kindergärten präzisiert, die Weiterentwicklung vieler Einrichtungen zu Familienzentren befördert und die Sprachförderung intensiviert. Gerade durch die gezielte Sprachförderung werden wir erreichen, dass alle Kinder dem Unterricht folgen können. Das schafft einerseits bessere Chancen für Kinder aus Zuwandererfamilien und führt andererseits dazu, dass Grundschulklassen durch mangelnde Sprachkompetenz einiger Schüler in ihrer Lernentwicklung nicht länger aufgehalten werden.

Um für die Kinder eine bestmögliche Bildung zu ermöglichen, setzt sich die FDP dafür ein, vor Ort die Zusammenarbeit zwischen Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen so zu verbessern, dass die Übergänge zum Wohle der Kinder optimiert werden.

Schulangebote optimieren

Das bereits vorhandene Angebot der Offenen Ganztagsschulen werden wir quantitativ, aber vor allem auch qualitativ weiterentwickeln, um sowohl die Angebotsstrukturen für die Eltern als auch die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes zu verbessern.

Die FDP will zudem in allen Regionen ein Angebot an echten Ganztagsschulen schaffen, um Kindern und Eltern zusätzliche Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Die FDP will das differenzierte, begabungsgerechte Bildungssystem weiterentwickeln. Der demographische Wandel mit mancherorts erheblich sinkenden Schülerzahlen sowie ein veränderter Elternwille führen dazu, dass es regional zunehmend unterschiedliche Rahmenbedingungen für die weiterführenden Schulen gibt. Wir wollen auf diese Entwicklung mit der Erweiterung der Entscheidungsfreiheit vor Ort antworten. Heute erfolgreiche Schullandschaften, die über eine ausreichende Anzahl an Schülern verfügen, dürfen dabei nicht in Frage gestellt werden. Dort aber, wo diese Voraussetzungen zukünftig nicht mehr gegeben sind, wollen wir neue Modelle des intensiveren organisatori-schen und pädagogischen Verbundes von Haupt-, Real- und Gesamtschulen ermöglichen, wenn die Gremien der beteiligten Schulen und ihre Träger dies wünschen.

Für die FDP ist entscheidend, dass wir vor Ort ein optimales, differenziertes Bildungsangebot schaffen, das den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen in der jeweiligen Region gerecht wird.

Bildungseinrichtungen vernetzen

Neben dem qualitativen und quantitativen Ausbau der einzelnen Bildungseinrichtungen forciert die FDP als weiteren Schritt die Entwicklung regionaler Bildungslandschaften. Ziel des liberalen Projekts "Wissensstadt" ist es, die jeweiligen Bildungseinrichtungen in ihrer Region untereinander, aber auch mit allen anderen rele-vanten Einrichtungen ihrer Umgebung zu vernetzen. Erste Ansätze dazu sind in den meisten Kommunen bereits vorhanden. So gibt es vielerorts Kooperationen zwischen Schulen und ortsansässigen Unternehmen, bei denen Schüler beispielsweise Praktika absolvieren und auf diese Weise erste Eindrücke in der Arbeitswelt sammeln. Solche Projekte müssen von den Kommunen systematisch gefördert, ausgebaut und zu einem dauerhaften System verdichtet werden.

Die FDP tritt dafür ein, dass jede weiterführende Schule mit einem Wirtschaftsunternehmen als Partner kooperiert, damit sich Schüler und Lehrer über die praktischen Anforderungen der Berufswelt informieren können. Zudem sollte die enge Zusammenarbeit mit Handwerks- bzw. Technikerverbänden, der örtlichen Agentur für Arbeit sowie den Fachhochschulen und Universitäten in der Region gesucht werden, um Jugendlichen frühzeitig Orientierung für ihr zukünftiges Berufsleben zu geben.

Zur Gewährleistung der Durchlässigkeit des Schulsystems sowie zur regelmäßigen Motivation der Schüler fordert die FDP eine enge Kooperation zwischen den verschiedenen Schultypen. Abhängig von den örtlichen Begebenheiten bieten sich für die Bildungseinrichtungen zahlreiche weitere Kooperationsmöglichkeiten, etwa durch die Zusammenarbeit mit Senioren- oder Migrantenverbänden, die ein Generationen über-greifendes bzw. interkulturelles Verständnis fördert.

Mehr Bildungspartner integrieren

In regionalen Bildungslandschaften kann die kulturelle Entwicklung der Kinder durch Zusammenarbeit mit örtlichen Bibliotheken, Musik- und Theater(hoch)schulen gezielt gefördert werden. Kultur für Kinder bedeutet, ihr Interesse zu wecken, ihre Begabungen zu fördern und dabei Fähigkeiten wie Empathie, aber auch Konzentration und Durchhaltevermögen etwa beim Erlernen eines Instrumentes zu vermitteln. Kooperationen mit Sporteinrichtungen verfolgen den Zweck, dass jedes Kind sportliche Fähigkeiten entwickelt, seine Talente entdeckt und Selbstbewusstsein aufbaut.

Mit der Initiierung sogenannter Bildungspatenschaften besteht für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, einen ehrenamtlichen Bildungspaten an die Seite zu bekommen, der sie auf ihrem Bildungsweg sowie beim Berufseinstieg unterstützt. Um solche regionalen Bildungslandschaften erfolgreich zu etablieren, müssen die Kommunen entsprechende Strukturvoraussetzungen schaffen. Eine optimale Anbindung der Bildungseinrichtungen an den öffentlichen Nahverkehr muss ebenso gewährleistet werden wie die ansprechende Gestaltung öffentlicher Bildungsräumen etwa durch die Einrichtung geeigneter Mensen mit einem gesundheitsfördernden Essensangebot für Schülerinnen und Schüler. Die Etablierung regionaler Bildungslandschaften kostet Zeit, Engagement und Geld.

Die FDP setzt sich daher dafür ein, privates Engagement durch die Kommunen zu fördern. Die Einrichtung von örtlichen Bildungspatenschaften für benachteiligte Kinder und Jugendliche ist dabei ebenso wichtig wie das Einwerben von Spendengeldern oder das freiwillige Engagement von Bürgern in den Bildungs- und Sozialeinrichtungen der Kommune.

Von einer erfolgreichen kommunalen Bildung profitieren alle Beteiligten: Die Bürgerinnen und Bürger, die ihre individuellen Chancen durch die gesteigerte Qualität der örtlichen Bildungseinrichtungen verbessern, die Unternehmen, die auf ausreichend qualifiziertes Personal zurückgreifen können, und nicht zuletzt die Kommunen, die sich mittel- und langfristige soziale Folgekosten gescheiterter Bildungsbiographien sparen und den wirtschaftlichen und demographischen Herausforderungen der Zukunft mit Gelassenheit entgegenblicken können.

 

08.01.2013

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