eGovernment Monitor 2015: Nutzung digitaler Verwaltungsangebote geht zurück

Berlin, 30. Juli 2015

 

Digitale Bürgerdienste haben es schwer in Deutschland – ihre Nutzung ist in den letzten 12 Monaten leicht zurückgegangen, und auch im Vergleich zur Schweiz, Österreich und Schweden ist die Akzeptanz in der Bevölkerung deutlich geringer. Dies geht aus der aktuellen eGovernment-Studie hervor, die am 30. Juli in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach haben nur noch 39 Prozent der Befragten in den vergangenen 12 Monaten elektronische Angebote von Behörden und öffentlichen Einrichtungen genutzt, 6 Prozent weniger als 2014. Auch die Nutzung von sogenannten Open-Government-Angeboten zur Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen, z.B. über Online-Petitionen, war von 29 Prozent (2014) auf 27 Prozent (2015) leicht rückläufig.

 

 

Als beliebtestes Online-Angebot macht die Studie sowohl in Deutschland als auch inÖsterreich die Fahrplanauskunft für den öffentlichen Nahverkehr aus, gefolgt von Informatione zu Öffnungszeiten und Kontaktdaten. Die Mehrheit der User fand die Angebote über digitale Suchmaschinen.

 

Die Sorge der Bürgerinnen und Bürger um die Datensicherheit der digitalen Bürgerdienste ist  von 66 im Jahr 2014 auf 51 Prozent im Jahr 2015 deutlich zurückgegangen und scheint daher in den Augen der Befragten kein wesentliches Argument gegen den digitalen Verwaltungsgang zu sein. Wichtiger scheint jedoch die mangelnde Bekanntheit der elektronischen Servicedienstleistungen zu sein: 71 Prozent der Befragten gaben dies als Erklärung für ihre Zurückhaltung an. Gleichzeitig möchten 58 Prozent der deutschen User Online-Dienste von Verwaltungen gebündelt aus einer Hand erhalten und stehen einem digitalen „Bürger-Konto“ positiv gegenüber.

 

Die von der Bundesbeauftragten für Informationstechnik in Auftrag gegebene und von TNS Infratest durchgeführte Studie wurde von der Initiative D21 e.V. und ipima – Institute for Public Information Management verfasst. Seit 2011 wird darin die Nutzung und Akzeptanz von elektronischen Servicedienstleistungen öffentlicher Einrichtungen und Behörden in Deutschland untersucht und mit Ergebnissen aus der Schweiz, Österreich und Schweden verglichen. Die vollständige Studie finden Sie hier.