Konferenz der Fraktionsvorsitzenden: Dammermann: ''Wirtschaftsförderung in kleinen Kommunen ist Chefsache''

Düsseldorf, 11. März 2015

Das Thema Wirtschaftsförderung stand im Mittelpunkt der Fraktionsvorsitzendenkonferenz, zu der die VLK in die Räume der Agentur „Westpress“ nach Hamm eingeladen hatte. Christoph Dammermann, Geschäftsführer derWirtschaftsförderungsgesellschaft Hamm, berichtete kurzweilig und informativ über seine Arbeit vor Ort. Die mehr als vierzig Konferenzteilnehmer nutzten die Gelegenheit zu einer Fragerunde und zum Austausch mit Herrn Dammermann und dem VLK-Vorstand und diskutierten lebhaft ein von der VLK entwickeltes Thesenpapier zur Wirtschaftsförderung.

Nach einer einleitenden Begrüßung durch den VLK-Vorsitzenden Kai Abruszat hieß der Geschäftsführer von Westpress, Christian Hagedorn, die Konferenzteilnehmer herzlich willkommen und gab einen kurzen Abriss über die Architektur der außergewöhnlichen und hochmodernen Räumlichkeiten seiner Agentur.

 

Der Wirtschaftsförderer der Stadt Hamm, Christoph Dammermann, beschrieb die Vielfalt der Aufgaben, mit denen er und sein Team täglich befasst sind. „Unser Ziel ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, die Stärkung des Standorts Hamm und damit der Finanzkraft unserer Kommune“, so Dammermann. Er verstehe sich als Ansprechpartner für die Wirtschaft, der die Selbststeuerung der Unternehmen stärken wolle. Zu diesem Zweck biete seine Gesellschaft Unterstützung bei Existenzgründungen, Seminar- und Netzwerkangebote, leiste Lobbyarbeit bei Behörden und betreibe Standortmarketing. Dammermann betonte, dass Wirtschaftsförderung immer eine solide Expertise und ein gutes Netzwerk voraussetze. Im Spannungsfeld der unterschiedlichen Aufgaben sei die konstruktive Abstimmung mit Behörden, Vertretern der freien Wirtschaft und anderen Projektbeteiligten unerlässlich.

 

Die Konferenzteilnehmer äußerten besonderes Interesse an der Frage, wie kleine Kommunen, die lediglich über eine geringe personelle und finanzielle Ausstattung verfügen, aktive Wirtschaftsförderung betreiben können. „Bei kleinen Kommunen ist die Wirtschaftsförderung meist Chefsache“, so Dammermann. „Hier ist der Bürgermeister gefragt.“ Meist sei eine Konzentration auf reines Standortmarketing sinnvoll. „Holen Sie sich Unterstützung auf Kreisebene und nutzen Sie die dortigen Strukturen“, so sein Rat.

 

Die VLK legte ein 12-Punkte-Papier zur Wirtschaftsförderung vor, dessen Thesen lebhaft und konstruktiv diskutiert wurden. Darin bekräftigt die VLK die vorrangige Sicherung von Arbeitsplätzen und bekennt sich zum Industrie-Standort NRW. Sie fordert die Landesregierung auf, einen Kurswechsel im Landesentwicklungsplan hin zu mehr Möglichkeiten der Flächenentwicklung einzuschlagen. In der Bildungspolitik wird angeregt zu prüfen, ob Aktivitäten rund um die Kontakte von Bildungsreinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen besser koordiniert oder gebündelt werden können. Ein weiteres Anliegen ist, alle Kraft auf den Ausbau und den Erhalt der Infrastruktur zu setzen. Dies gilt auch für das Internet. Darüber hinaus sollten sich Kommunen der gemeinsamen Produktion und Nutzung von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung) und der verbesserten Speicherung von Strom zur Abfederung von Spitzenlasten widmen.

Das Thesenpapier wurde mit einer Enthaltung und einer Gegenstimme in der Tendenz angenommen. Änderungs- und Formulierungswünsche können bis zum 19.03. an die VLK Geschäftsstelle gesendet werden.

Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Imbiss und weiterem Austausch. Wir danken Herrn Hagedorn und Herrn Klein von Westpress für die herzliche Aufnahme!

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