Gutachen zum kommunalen Ehrenamt in NRW

Düsseldorf, 16. August 2017

Prof. Jörg Bogumil, Sozialwissenschaftler der Universität Bochum, hat am Mittwoch die Ergebnisse einer Befragung von fast 2.300 Mandatsträgern aus 44 NRW-Kommunen zu den Rahmenbedingungen ihres kommunalen Ehrenamtes dem Landtag übergeben. Die Befragung von Rats- und Kreistagsmitgliedern war auf Anregung der Ehrenamtskommission in Auftragung gegeben worden, um eventuellen gesetzlichen Neuregelungsbedarf zu klären. Diesen sieht Prof. Bogumil im Ergebnis jedoch nicht.

Der typische Träger eines kommunalen Ehrenamts ist nach den Ergebnissen der Studie männlich, über 55 Jahre alt und Akademiker. Frauen, Vertreter der Altersklasse zwischen 20 und 30 Jahren sowie Schüler, Studenten, Berufseinsteiger und Nicht-Akademiker sind in den Gremien der Städte und Kreise dagegen deutlich unterrepräsentiert.

 

Für die im kommunalen Ehrenamt Tätigen spielen finanzielle Motive offensichtlich keine Rolle: nur 15 Prozent nutzen die gesetzlichen Möglichkeiten, Verdienstausfälle geltend zu machen und so zumindest teilweise auszugleichen.

 

Auch von der Möglichkeit, sich von ihrem Arbeitgeber für das kommunale Mandat freistellen zu lassen, machen nur weniger als 50 Prozent der Befragten Gebrauch. Dabei investieren kommunale Mandatsträger viel Zeit in ihre Aufgaben: in den Städten sind durchschnittlich 32,5 Stunden im Monat, bei den Fraktionschef in den Großstädten im Mittel 56,4 Stunden im Monat, die für das Ehrenamt geopfert werden.

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